PARIS, 31. Mai 2026. Es sollte ein Feiertag für die „Königin von Paris“ werden, doch er endete in einer sportlichen Tragödie. An ihrem 25. Geburtstag ist die vierfache Roland-Garros-Siegerin Iga Swiatek völlig überraschend aus dem Turnier ausgeschieden. Die Polin unterlag in der vierten Runde der Ukrainerin Marta Kostyuk glatt in zwei Sätzen mit 5:7 und 1:6.
Noch vor einer Woche wirkte Swiatek bei ihrem souveränen Auftakt am 25. Mai unantastbar. Doch am heutigen Sonntagabend war auf dem Court Philippe-Chatrier von dieser Dominanz wenig zu spüren.
Der Sturz der Titelverteidigerin
Kostyuk, die derzeit das beste Tennis ihrer Karriere spielt, nutzte eine ungewohnt fehleranfällige Swiatek gnadenlos aus. Während die Polin mit ihrem Aufschlag und ihrer Vorhand kämpfte, agierte Kostyuk mutig und aggressiv. Nach einem hart umkämpften ersten Satz, den die Ukrainerin mit 7:5 für sich entschied, brach der Widerstand der Titelverteidigerin im zweiten Durchgang fast vollständig zusammen.
„Ich kann es noch nicht fassen. Iga hier in Paris zu schlagen, an ihrem Geburtstag, fühlt sich surreal an“, erklärte eine sichtlich bewegte Marta Kostyuk im On-Court-Interview.
Für Swiatek endet damit eine beeindruckende Serie in Paris. Es ist das erste Mal seit Jahren, dass sie die zweite Woche ihres Lieblingsturniers nicht als aktive Spielerin erlebt.
Historische Zäsur im Herren-Tableau
Während das Ausscheiden von Swiatek die Tenniswelt schockiert, spielt sich bei den Herren eine noch nie dagewesene historische Entwicklung ab. Mit dem heutigen Tag steht fest: Zum ersten Mal in der Open Era (seit 1968) hat es kein einziger ehemaliger Grand-Slam-Sieger in das Achtelfinale von Roland-Garros geschafft.
Nach dem frühen Aus von Carlos Alcaraz und den Verletzungssorgen der Routiniers sind alle verbliebenen 16 Spieler im Herren-Tableau auf der Jagd nach ihrem ersten Major-Titel.
Alexander Zverev als neuer Top-Favorit
Durch dieses „Machtvakuum“ an der Weltspitze rückt ein Name besonders in den Fokus: Alexander Zverev. Der an Nummer zwei gesetzte Deutsche ist nach seinem Sieg über Jesper de Jong der höchstverbliebene Gesetzte und wird von Experten nun als der klare Favorit auf den Titel gehandelt.
Für Zverev, der in Paris schon oft nah dran war, könnte sich 2026 das Fenster für den lang ersehnten ersten Grand-Slam-Sieg so weit öffnen wie nie zuvor.
Ausblick auf die zweite Woche
Mit dem Aus der Top-Favoritin bei den Damen und dem völligen Fehlen der etablierten Champions bei den Herren steuert Roland-Garros 2026 auf eine der unvorhersehbarsten Finalphasen der Geschichte zu.
Während Paris sich langsam auf die in zwei Wochen beginnende Fußball-Weltmeisterschaft vorbereitet, hat das Sandplatz-Spektakel an der Porte d’Auteuil heute bewiesen, dass alte Hierarchien endgültig der Vergangenheit angehören könnten.