Bundesrat stoppt 1.000-Euro-Entlastungsprämie: Polit-Beben am Tag der Befreiung
Berlin, 8. Mai 2026. Während Deutschland heute den 81. Jahrestag des Kriegsendes und den „Tag der Befreiung“ mit zahlreichen Gedenkveranstaltungen begeht, herrscht im Berliner Regierungsviertel politische Schockstarre. In einer dramatischen Sitzung hat der Bundesrat am Vormittag das zentrale Versprechen der Regierung Merz gestoppt: Die steuerfreie Entlastungsprämie von 1.000 Euro für alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist vorerst gescheitert.

Das Aus für den „Merz-Bonus“?
Die geplante Prämie, im Volksmund bereits als „Merz-Bonus“ getauft, sollte als direkte Antwort auf die gestiegenen Lebenshaltungskosten und die jüngste GKV-Reform dienen. Die schwarz-rote Koalition unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) wollte damit ein deutliches Signal an die arbeitende Mitte senden.
Doch die Länderkammer verweigerte heute die Zustimmung. Vor allem grün-geführte Länder sowie einige SPD-regierte Bundesländer stimmten gegen das Gesetz oder enthielten sich, was faktisch einer Ablehnung gleichkommt.
Die Kritikpunkte der Länder:
- Steuerausfälle: Die Länder befürchten Mindereinnahmen bei der Einkommensteuer in Milliardenhöhe, die der Bund nicht vollständig kompensieren will.
- Verteilungsgerechtigkeit: Kritiker bemängeln, dass Rentner und Empfänger von Sozialleistungen bei dieser Prämie leer ausgehen würden.
- Bürokratieaufwand: Die kurzfristige Umsetzung über die Lohnabrechnungen der Unternehmen wird von den Landesfinanzbehörden als „kaum machbar“ eingestuft.
Merz wütet, Klingbeil vermittelt
Kanzler Merz reagierte ungewöhnlich scharf auf die Blockade. „Das ist verantwortungslose Blockadepolitik auf dem Rücken der hart arbeitenden Menschen in diesem Land“, ließ er über seinen Sprecher ausrichten. Merz kündigte umgehend an, den Vermittlungsausschuss anzurufen.
Vizekanzler Klingbeil gab sich moderater, steht aber intern unter Druck. Teile der SPD-Linken hatten bereits im Vorfeld Sympathie für die Kritik der Länder gezeigt, da sie die Prämie für „sozial unausgewogen“ halten.
| Eckdaten der geplanten Prämie | Status nach Bundesrat-Votum |
|---|---|
| Höhe | 1.000 Euro (einmalig) |
| Steuerstatus | Steuer- und abgabenfrei |
| Zielgruppe | Alle Arbeitnehmer |
| Geplanter Auszahlungsstart | Juni 2026 |
| Aktueller Status | Gestoppt (Vermittlungsausschuss) |
Trump-Ultimatum verschärft die Lage
Als wäre die innenpolitische Niederlage nicht genug, erreichte Berlin heute eine weitere Hiobsbotschaft aus Washington. US-Präsident Donald Trump hat der EU ein offizielles Ultimatum gesetzt. Bis zum 4. Juli 2026 – dem US-Unabhängigkeitstag – müsse ein neues Handelsabkommen stehen, das das Handelsbilanzdefizit der USA drastisch reduziert.
Sollte keine Einigung erzielt werden, droht Trump mit der sofortigen Umsetzung der angekündigten 25 % Autozölle. Für die deutsche Wirtschaft, die ohnehin mit stagnierenden Exportzahlen kämpft, wäre dies ein existenzielles Risiko.
Gedenken im Schatten der Krise
Trotz der politischen Turbulenzen fanden heute in Berlin die geplanten Feierlichkeiten zum Tag der Befreiung statt. Am Sowjetischen Ehrenmal im Tiergarten und am Brandenburger Tor legten Vertreter der Verfassungsorgane Kränze nieder. Die Debatte, den 8. Mai dauerhaft zum gesetzlichen Feiertag zu machen, erhielt durch die heutigen Demonstrationen für Demokratie neuen Aufwind.
Für Kanzler Merz rückt die feierliche Stimmung jedoch in den Hintergrund. Das Scheitern im Bundesrat ist die schwerste parlamentarische Niederlage seiner bisherigen Amtszeit – und das genau zwei Tage nach seinem einjährigen Dienstjubiläum.
Quellen: Bundesrats-Protokoll (Sitzung vom 08.05.2026), Weißes Haus (Handels-Memorandum), dpa (Bericht zum Tag der Befreiung).