Am 20. Mai 2026 soll die US-Marine mit Phase 2 der Operation Project Freedom beginnen. Ziel ist ein geregelter Geleitschutz für neutrale Handels- und Tankschiffe, die nach Wochen der Eskalation in und um die Straße von Hormus festhängen.
Damit markiert der Einsatz den nächsten Schritt nach der US-Blockade gegen iranische Schiffe vom 17. April, der iranischen Totalblockade vom 19. April und dem gescheiterten Islamabad-Gipfel.
Update vom 2026-05-22: Laut dem späteren Folgebericht passierten in den ersten 48 Stunden von Phase 2 insgesamt 42 zivile Schiffe, darunter 12 LNG-Tanker, die Meerenge ohne Schusswechsel. Die Einordnung dazu steht im Beitrag Freiburgs Triumph und globale Entspannung.
Was Phase 2 konkret bedeutet
Nach Angaben des US-Zentralkommandos sollen die Zerstörer USS Truxtun und USS Mason die ersten regulären Konvois anführen. Aus der Luft wird die Eskorte von F/A-18-Kampfjets, A-10-Erdkampfflugzeugen und Apache-Hubschraubern abgesichert.
Die operative Logik dahinter ist einfach: Die USA wollen die Schifffahrt nicht nur punktuell testen, sondern für alle neutralen Schiffe ohne iranische Ladung wieder planbar machen. Vereinzelte Test-Konvois hatte es schon Ende April gegeben. Phase 2 hebt diesen Ansatz auf den Regelbetrieb.
Das Risiko bleibt hoch
Trotz der Eskorten bleibt die Lage angespannt. Die iranischen Revolutionsgarden setzen weiter auf asymmetrische Mittel:
- Schwarmangriffe: Bewaffnete Schnellboote sollen US-Schiffe bedrängen und Konvois einschüchtern.
- Drohnen: Laut CENTCOM wurden in den 48 Stunden vor dem Start mehrere Angriffe aus der Luft abgewehrt.
- Minen: US-Spezialeinheiten sichern die Fahrrinnen, weil schon einzelne Minen den gesamten Verkehr wieder stoppen könnten.
Für Reeder heißt das: Die Passage bleibt offen, aber nur unter strikten Vorgaben der Eskorte. Die Meerenge ist zwar nur rund 33 Kilometer breit, wirtschaftlich aber das Nadelöhr des gesamten Konflikts.
Parallel läuft die Diplomatie weiter
Washington prüft nach Angaben aus dem Umfeld des Weißen Hauses einen iranischen 14-Punkte-Plan, der über Pakistan übermittelt worden sein soll. Details blieben am 19. Mai unter Verschluss. Im Kern geht es offenbar um eine Lockerung des Drucks auf iranische Häfen im Gegenzug für eine verlässliche Öffnung der Route.
Auch für Europa ist das mehr als ein regionales Militärthema. Deutschland und die EU leiden unter hohen Öl- und LNG-Preisen, weshalb jede sichere Passage sofort auf Energiepreise, Transportkosten und Industrieplanung durchschlägt.
Warum dieser Schritt so wichtig war
Der Beginn von Phase 2 war vor allem ein Test auf zwei Ebenen: militärisch, ob reguläre Konvois ohne direkten Schlagabtausch möglich sind, und politisch, ob die USA genug Druck aufbauen können, ohne einen offenen Krieg zu erzwingen. Genau deshalb war der 20. Mai 2026 ein Schlüsseldatum in der Hormus-Krise.