← Zurück zur Übersicht Spaniens mutiger Weg: Start der Rekord-Amnestie für 500.000 Migranten

Spaniens mutiger Weg: Start der Rekord-Amnestie für 500.000 Migranten

Spaniens mutiger Weg: Start der Rekord-Amnestie für 500.000 Migranten

Madrid, 18. April 2026 – Während viele europäische Partnerstaaten ihre Grenzen zunehmend schließen, setzt die spanische Regierung unter Ministerpräsident Pedro Sánchez ein historisches Zeichen für den Pragmatismus. Am heutigen Samstag bereiten sich die Behörden im ganzen Land auf den nächsten großen Schritt der „Regularización Extraordinaria“ vor: Ab dem kommenden Montag, den 20. April 2026, startet die Phase der persönlichen Antragstellung für bis zu 500.000 undokumentierte Migranten.

Das Gesetz, das bereits am 14. April per Königlichem Dekret verabschiedet wurde, markiert die größte Legalisierungswelle in der Geschichte des modernen Spaniens.

Wirtschaftliche Vernunft statt ideologischer Abschottung

Die Entscheidung Madrids ist kein bloßer Akt der Nächstenliebe, sondern eine kalkulierte wirtschaftliche Strategie. Sánchez bezeichnete das Gesetz in einer Pressekonferenz als Akt der „wirtschaftlichen Vernunft“. Spanien leidet – wie viele EU-Staaten – unter einem massiven Fachkräftemangel, besonders in der Landwirtschaft, im Baugewerbe und in der häuslichen Pflege.

Durch die Amnestie sollen Menschen, die bereits seit Jahren im Land leben und arbeiten, aus der illegalen Schattenwirtschaft in das formale System überführt werden. Das Ziel: Mehr Beitragszahler für die Sozialversicherung und stabilere Steuereinnahmen.

Wer ist antragsberechtigt?

Die Hürden für die Legalisierung sind klar definiert, um Missbrauch vorzubeugen:

  • Stichtag: Bewerber müssen nachweisen, dass sie seit mindestens dem 1. Januar 2026 ununterbrochen in Spanien leben.
  • Straffreiheit: Ein sauberes Führungszeugnis aus Spanien und dem Herkunftsland ist zwingend erforderlich.
  • Mindestaufenthalt: Eine physische Präsenz von mindestens fünf Monaten vor Antragstellung muss belegt werden.

Erfolgreiche Antragsteller erhalten zunächst eine einjährige Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis, die nach Ablauf von 12 Monaten in einen regulären zweijährigen Aufenthaltstitel umgewandelt werden kann.

Integration als Chance: Spanien legalisiert 500.000 Menschen

Der Ablauf: Digitaler Ansturm und der „Tag X“ am Montag

Bereits seit dem 16. April läuft die Online-Antragstellung über die staatliche Plattform Mercurio. Berichten zufolge verzeichneten die Server in den ersten 48 Stunden einen massiven Ansturm mit über 120.000 Zugriffen.

Am kommenden Montag, den 20. April, öffnet die Regierung nun die physischen Kanäle. In über 2.400 Postfilialen (Correos) sowie in den Sozialversicherungsämtern können die Dokumente persönlich eingereicht werden. Die Regierung hat zugesagt, „einfache“ Fälle innerhalb von nur 45 Tagen zu entscheiden.

Gegenwind aus Brüssel und der Opposition

Nicht alle begrüßen den spanischen Sonderweg. Die konservative Opposition in Madrid warnt vor einem „Pull-Effekt“, der noch mehr irreguläre Migration anziehen könnte. Auch aus Brüssel kommen kritische Töne, da Spanien mit dieser Maßnahme dem restriktiven Trend des EU-Asylpakts entgegenläuft.

Dennoch bleibt Madrid bei seinem Kurs. Für die betroffenen 500.000 Menschen bedeutet der kommende Montag den Beginn eines neuen Lebens in der Legalität – und für die spanische Wirtschaft die Hoffnung auf eine Stabilisierung des Arbeitsmarktes.

Die Eckpunkte des Gesetzes (Dekret 2026/04)

Kriterium Detail
Geschätzte Betroffene ca. 500.000 Personen
Antragsfrist 16. April bis 30. Juni 2026
Persönlicher Start Montag, 20. April 2026
Gebühren Maximal 50 Euro
Ergebnis 1 Jahr Aufenthalts-/Arbeitserlaubnis

Quellen: El País, Agencia EFE, Ministerio de Inclusión, Seguridad Social y Migraciones.