Google Cloud Next 2026: Der Durchbruch der "Agentic Cloud" und Gemini 3.1
Las Vegas, 22. April 2026. Auf der heute gestarteten Google Cloud Next 2026 hat Google den Fokus radikal verschoben: Weg von rein generativer KI, hin zu vollautonomen KI-Agenten. Unter dem Motto "The Agentic Cloud" stellte CEO Thomas Kurian in der Eröffnungs-Keynote tiefgreifende Änderungen an der Infrastruktur, den Modellen und der gesamten Cloud-Strategie vor.
Vertex AI wird zur Gemini Enterprise Agent Platform
Die wichtigste strategische Ankündigung ist das Rebranding und die massive Erweiterung von Vertex AI. Die Plattform heißt ab sofort Gemini Enterprise Agent Platform. Damit signalisiert Google, dass die Cloud der Zukunft nicht mehr nur Daten speichert oder Modelle hostet, sondern aktiv Aufgaben im Auftrag der Nutzer erledigt.
Neue Kernkomponenten der Plattform:
- Agent Studio: Ein intuitiver Low-Code/No-Code-Canvas, mit dem Unternehmen komplexe Agenten-Workflows visuell gestalten können.
- Agent-to-Agent (A2A) Protocol: Ein neuer, produktionsreifer Standard (v1.0), der es Agenten ermöglicht, plattformübergreifend sicher miteinander zu kommunizieren, Informationen auszutauschen und Aufgaben zu delegieren.
- Agent Registry & Identity: Ein zentrales Governance-Tool zur Verwaltung von Berechtigungen, Sicherheitsrichtlinien und digitalen Identitäten für KI-Agenten innerhalb einer Organisation.
Gemini 3.1 Pro: Optimiert für autonomes Handeln
Passend zur neuen Plattform wurde die nächste Generation der KI-Modelle angekündigt. Während Gemini 2.0 im letzten Jahr die Basis für multimodale Interaktionen legte, ist Gemini 3.1 Pro (ab heute in der Preview verfügbar) speziell auf Long-Horizon Reasoning getrimmt. Das Modell kann komplexe, mehrstufige Aufgaben über Stunden oder sogar Tage hinweg planen und ausführen, ohne den roten Faden oder den Kontext zu verlieren.
Gleichzeitig wurde Gemini 3 Flash für die allgemeine Verfügbarkeit (GA) freigegeben. Es bietet eine um 15 % höhere Genauigkeit als sein Vorgänger und ist speziell für Echtzeit-Agenten-Workflows optimiert, bei denen geringe Latenzzeiten entscheidend sind.
Hardware-Power: TPU v8 enthüllt
Um die enormen Rechenlasten der neuen Agenten-Ära zu bewältigen, hat Google die TPU v8 (in den Varianten 8t für Training und 8i für Inference) enthüllt. Diese neuen Chips sind speziell für das massiv parallele Inference-Szenario von Millionen gleichzeitig agierender Agenten ausgelegt. Google verspricht eine Verdopplung der Energieeffizienz im Vergleich zur TPU v7, was ein zentraler Baustein für Googles Ziel ist, bis 2030 CO2-neutral zu operieren.
Project Mariner: Der Agent, der das Web bedient
Ein Highlight der Keynote war die Live-Demo von Project Mariner. Dieser auf Gemini 3.1 basierende Web-Agent kann Browser-Sitzungen völlig autonom steuern. In der Demonstration buchte Mariner eine komplette Geschäftsreise inklusive kompliziertem Visa-Antrag und automatischer Spesenabrechnung. Dabei griff der Agent in Echtzeit auf interne Firmenrichtlinien zu und traf Entscheidungen innerhalb der gesetzten Leitplanken.
Sicherheit: Agentic Defense mit Wiz
In Zusammenarbeit mit dem Sicherheitsspezialisten Wiz stellte Google zudem Agentic Defense vor. Hierbei triagieren und untersuchen spezialisierte Sicherheits-Agenten autonom potenzielle Bedrohungen im Firmennetzwerk. Sie können Angriffe in Millisekunden isolieren und Gegenmaßnahmen einleiten, noch bevor ein menschlicher Analyst eingreifen muss.
Fazit: Die Cloud lernt das Handeln
Mit den heutigen Ankündigungen festigt Google seine Position im hart umkämpften KI-Markt. Die Verschiebung von "KI als Werkzeug" hin zu "KI als autonomer Agent" markiert einen Wendepunkt in der IT-Geschichte. Für Unternehmen bedeutet dies, dass die Hürden für die Automatisierung hochkomplexer Geschäftsprozesse massiv sinken.
Die Google Cloud Next 2026 in Las Vegas läuft noch bis zum 24. April. In den kommenden Tagen werden weitere Deep-Dives zu Workspace Studio und neuen Daten-Infrastrukturen erwartet.