← Zurück zur Übersicht SpaceX Starship V3 Flight 12: Erfolgreicher Erstflug endet im Feuerball über dem Indischen Ozean

SpaceX Starship V3 Flight 12: Erfolgreicher Erstflug endet im Feuerball über dem Indischen Ozean

SpaceX Starship V3 Flight 12: Erfolgreicher Erstflug endet im Feuerball über dem Indischen Ozean

Stand: 23. Mai 2026, 20:15 Uhr CEST. Die Ära des Starship Version 3 (V3) hat offiziell begonnen – und sie startete mit einem Paukenschlag. Nachdem technische Probleme den Start um drei Tage verzögert hatten, hob das gigantische Raketensystem am gestrigen Freitag, den 22. Mai 2026, endlich von der neuen Startrampe in Boca Chica, Texas, ab.

Was die Welt zu sehen bekam, war weit mehr als nur ein weiterer Testflug. Flight 12 war die operative Bestätigung, dass die radikalen Designänderungen der Version 3 funktionieren.

Ein Bilderbuch-Start mit Raptor 3 Power

Um punkt 17:34 Uhr Ortszeit zündeten die 33 Raptor 3-Triebwerke des Super Heavy Boosters und hüllten die texanische Küste in eine gewaltige Wolke aus Dampf und Feuer. Die gesteigerte Schubkraft der neuen Triebwerksgeneration war bereits in den ersten Sekunden spürbar: Das fast 130 Meter hohe System beschleunigte deutlich schneller als seine Vorgänger der Version 1 und 2.

Der Aufstieg verlief absolut nominal. Alle 33 Triebwerke arbeiteten bis zum Brennschluss einwandfrei – ein Beweis für die deutlich verbesserte Zuverlässigkeit der Raptor 3-Architektur, die auf viele externe Leitungen verzichtet und stattdessen auf eine hochintegrierte Bauweise setzt.

Premiere: Nutzlast im Testflug

Der wohl wichtigste Meilenstein von Flight 12 fand im Orbit statt. Zum ersten Mal in der Geschichte des Starship-Programms wurde während eines Testflugs eine echte (wenn auch simulierte) Nutzlast mitgeführt. Das Starship V3 öffnete seine neu gestaltete "Pez-Dispenser"-Ladeluke und setzte 20 Mock-Up-Versionen der neuen Starlink-v3-Satelliten aus.

Dieser Test war entscheidend für die kommerzielle Zukunft von SpaceX. Er bewies, dass die Version 3 nicht nur fliegen, sondern auch ihre Kernaufgabe erfüllen kann: Den massenhaften Transport von Satelliten in den Erdorbit, um die Kapazitäten des Starlink-Netzwerks massiv auszuweiten.

Die neuen Grid Fins und der Wiedereintritt

Ein weiteres technisches Highlight waren die modifizierten Grid Fins (Gitterflossen) am Super Heavy Booster und die optimierte Hitzeschild-Struktur des Starships. Die neuen, aerodynamisch effizienteren Grid Fins ermöglichten eine noch präzisere Steuerung während des Rückflugs des Boosters.

Das Starship selbst überstand die kritische Phase des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre besser als bei jedem Flug zuvor. Die Kameras an Bord lieferten spektakuläre Live-Bilder des glühenden Plasmas, während das Schiff stabil durch die oberen Schichten der Atmosphäre glitt. Die Optimierungen an den "Flaps" und der Übergangsbereiche des Hitzeschilds scheinen sich ausgezahlt zu haben.

Das feurige Finale im Indischen Ozean

Wie von SpaceX im Vorfeld kommuniziert, war für Flight 12 keine sanfte Landung an Land oder auf einem Drohnenschiff geplant. Das Ziel war eine gezielte Wasserung im Indischen Ozean.

In den letzten Sekunden des Fluges zündete das Starship seine Triebwerke für das finale Landemanöver. Kurz vor dem Aufsetzen auf der Wasseroberfläche kam es jedoch zu einer massiven strukturellen Überlastung – das Schiff eruptierte in einem gewaltigen Feuerball.

Was für Laien wie ein Scheitern wirken mag, ist für die Ingenieure bei SpaceX wertvolles Datenmaterial. „Wir haben die Grenzen der Version 3 heute bis zum Äußersten getestet“, twitterte Elon Musk kurz nach dem Ereignis. „Der Erfolg beim Satelliten-Deployment und die Stabilität beim Wiedereintritt sind die eigentlichen Siege. Flight 13 wird bereits vorbereitet.“

Fazit: Der Weg zum Mars ist frei

Flight 12 markiert den Moment, in dem das Starship von einem experimentellen Prototyp zu einem funktionalen Transportsystem gereift ist. Mit dem erfolgreichen Test der Raptor 3-Triebwerke, der neuen Grid Fins und der Ladeluke steht der Weg für die kommenden Artemis-Mondmissionen und die ersten unbemannten Mars-Flüge weit offen.

Die Raumfahrt-Community blickt nun gespannt auf Flight 13, der bereits in wenigen Monaten stattfinden könnte – dann vielleicht mit dem ersten Versuch, auch das Starship selbst wieder sicher zu landen oder gar mit den "Mechazilla"-Armen einzufangen.