Ubuntu 26.04 LTS „Resolute Raccoon“ offiziell veröffentlicht: Das sind die Highlights
Bonn/London, 23. April 2026. Es ist der wichtigste Tag im Linux-Kalender des Jahres: Canonical hat heute pünktlich um Mitternacht die finale Version von Ubuntu 26.04 LTS „Resolute Raccoon“ zum Download freigegeben. Als Long-Term Support Release bildet diese Version das Fundament für Millionen von Servern, Desktops und Cloud-Instanzen in den nächsten Jahren.
Mit dem Sprung auf den neuen Linux Kernel 7.0 und der Einführung von GNOME 50 setzt Canonical ein klares Zeichen für Modernisierung und Stabilität.
Die Highlights von Ubuntu 26.04 LTS
1. Linux Kernel 7.0: Performance und neue Hardware
Das Herzstück der neuen Version ist der Linux Kernel 7.0. Er bringt signifikante Performance-Vorteile, insbesondere für moderne Hybrid-Architekturen von Intel und AMD.
- Bessere Akkulaufzeit: Ein neues Scheduling-System sorgt dafür, dass Tasks effizienter auf Performance- und Efficiency-Kerne verteilt werden.
- Wi-Fi 7 Support: Erstmalig wird der neue Funkstandard Wi-Fi 7 nativ und stabil unterstützt.
- Dateisystem-Upgrades: Btrfs und OpenZFS erhalten wichtige Updates für die Datenintegrität und Kompression.
2. GNOME 50: Eine neue Ära des Desktops
Ubuntu 26.04 ist die erste große Distribution, die GNOME 50 standardmäßig ausliefert. Die Benutzeroberfläche wurde behutsam weiterentwickelt, um den Workflow zu beschleunigen:
- Überarbeitetes Dashboard: Die Aktivitäten-Übersicht reagiert nun noch flüssiger auf Gesten.
- Native Wayland-Optimierung: Der Fokus liegt fast ausschließlich auf Wayland; X11 wird zwar noch unterstützt, gilt aber zunehmend als Legacy-Option.
- Neue Standard-Apps: Das alte GNOME Terminal wird durch das modernere Ptyxis ersetzt, und der neue Image Viewer Loupe bietet eine deutlich schnellere Performance.
3. Wichtige technische Änderung: Cgroup v1 ist Geschichte
Ein wichtiger Hinweis für Systemadministratoren und Docker-Nutzer: Mit Ubuntu 26.04 LTS wird der Support für cgroup v1 offiziell eingestellt. Das System setzt nun ausschließlich auf cgroup v2.
Achtung: Ältere Docker-Versionen (vor 20.10) oder spezialisierte Container-Runtimes, die noch auf cgroup v1 angewiesen sind, werden unter Ubuntu 26.04 nicht mehr funktionieren. Ein Update der Container-Umgebung ist vor dem Upgrade zwingend erforderlich.
Support-Zyklus: Bis zu 12 Jahre Sicherheit
Wie für LTS-Versionen üblich, garantiert Canonical 5 Jahre Standard-Support. Wer jedoch Ubuntu Pro nutzt (für Privatpersonen auf bis zu 5 Geräten kostenlos), erhält insgesamt 12 Jahre Sicherheitsupdates. Damit ist der „Resolute Raccoon“ bis in das Jahr 2038 hinein abgesichert.
So gelingt das Upgrade
Nutzer von Ubuntu 24.04 LTS werden in den kommenden Wochen benachrichtigt, sobald das erste Point-Release (26.04.1) verfügbar ist, was traditionell der empfohlene Zeitpunkt für ein Server-Upgrade ist. Desktop-Enthusiasten können jedoch schon heute mit folgendem Befehl den Umstieg wagen:
sudo do-release-upgrade -d
Oder sie laden das frische ISO-Image direkt von der offiziellen Ubuntu-Webseite herunter.
Fazit
Ubuntu 26.04 LTS ist ein würdiger Nachfolger der extrem erfolgreichen 24.04-Reihe. Mit Kernel 7.0 und GNOME 50 bietet es genug Neuerungen, um einen Wechsel attraktiv zu machen, ohne die bewährte Stabilität zu gefährden. Der Waschbär ist entschlossen – und bereit für die Cloud und den Desktop von morgen.