Hormus-Krise eskaliert: Iran erklärt Seeweg für geschlossen – US-Stützpunkte unter Beschuss
TEHERAN / WASHINGTON / MANAMA, 11. Juni 2026. Die Welt hält den Atem an: In den frühen Morgenstunden des heutigen Donnerstags hat das iranische Militärkommando die „vollständige Sperrung“ der Straße von Hormus verkündet. Jedes Schiff, das versuche, die strategisch lebenswichtige Passage zu durchqueren, werde als legitimes Ziel betrachtet. Die Ankündigung ist eine direkte Reaktion auf die zweite Welle massiver US-Vergeltungsschläge, die in der vergangenen Nacht Ziele im südlichen Iran erschütterten.
Nacht der Vergeltung: US-Luftschläge gegen Militärzentren
Nachdem am Mittwoch bereits erste Angriffe als Reaktion auf den Abschuss eines US-Apache-Hubschraubers erfolgten, weitete das US-Zentralkommando (CENTCOM) die Operation in der Nacht zum 11. Juni massiv aus.
Schwerpunkte der Angriffe waren:
- Bandar Abbas: Zerstörung von Küstenradarstationen und Flugabwehrstellungen.
- Insel Qeshm: Gezielte Schläge gegen Schnellboot-Basen der Iranischen Revolutionsgarden (IRGC).
- Minab: Ausschaltung von Kommunikationszentren und mutmaßlichen Drohnen-Startplätzen.
US-Präsident Donald Trump meldete sich heute Morgen erneut über soziale Medien zu Wort und drohte dem iranischen Regime mit einer „totalen Zerstörung“ seiner militärischen Infrastruktur, sollte die Blockade der Seestraße nicht umgehend aufgehoben werden.
IRGC schlägt zurück: Raketen auf US-Basen in der Region
Die Antwort Teherans ließ nicht lange auf sich warten. In einer koordinierten Aktion feuerten die Revolutionsgarden nach eigenen Angaben ballistische Raketen und Kamikaze-Drohnen auf US-Militäreinrichtungen in den Nachbarländern ab.
Berichten zufolge wurden Einschläge nahe der Ali Al-Salem Air Base in Kuwait und in der Nähe des Hauptquartiers der US-5. Flotte in Bahrain verzeichnet. Auch aus Jordanien wurden Abfangmanöver gemeldet; dort sollen über 20 Geschosse durch die Luftabwehr neutralisiert worden sein. Über die genaue Anzahl der Opfer und das Ausmaß der Schäden auf US-Seite gibt es derzeit noch widersprüchliche Angaben.
Weltwirtschaft in Schockstarre
Die Nachricht von der offiziellen Sperrung der Straße von Hormus löste an den globalen Rohstoffbörsen Panik aus. Da rund 20 % des weltweit gehandelten Erdöls diese Nadelöhr passieren müssen, sprang der Ölpreis für die Sorte Brent kurzzeitig auf über 115 US-Dollar pro Barrel, bevor er sich nach Dementis von CENTCOM über die tatsächliche Durchsetzbarkeit der Blockade bei etwa 98 Dollar stabilisierte.
„Wenn der Iran es schafft, die Durchfahrt über Tage oder Wochen zu unterbinden, blicken wir auf eine globale Rezession, die alle bisherigen Krisen in den Schatten stellen könnte“, warnt ein Analyst der Internationalen Energieagentur (IEA).
WM-Eröffnung in Mexiko-Stadt unter düsteren Vorzeichen
Die Eskalation überschattet den heutigen Auftakt der Fußball-Weltmeisterschaft 2026. Während in Mexiko-Stadt die Vorbereitungen für das Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika laufen, bereiten sich Sicherheitsbehörden weltweit auf mögliche Auswirkungen des Konflikts vor. Die iranische Nationalmannschaft, die in wenigen Tagen in den USA antreten soll, steht nun im Zentrum diplomatischer Bemühungen – Stimmen, die einen Ausschluss des Teams fordern, werden angesichts der direkten Angriffe auf US-Ziele lauter.
Diplomatie am Abgrund
In Évian-les-Bains, wo in vier Tagen der G7-Gipfel 2026 beginnen soll, herrscht Krisenstimmung. Die französische Regierung hat die Agenda des Treffens kurzfristig geändert; die Deeskalation am Golf steht nun an oberster Stelle. Doch während Pakistan und Oman versuchen, zwischen den Parteien zu vermitteln, stehen die Zeichen in Washington und Teheran weiterhin auf Konfrontation.
Wir berichten weiter über die aktuellen Entwicklungen.
Quellen: Reuters, AP, CNN, Al Jazeera, CENTCOM, IRNA.