WWDC26: Apple zündet die KI-Stufe mit iOS 27 und Siri 2.0 "Campo"
Cupertino / Berlin, 8. Juni 2026, 20:00 Uhr CEST. Während im Apple Park die Keynote zur WWDC26 noch in den letzten Zügen liegt, ist die Katze bereits aus dem Sack: Apple hat den wohl größten technologischen Schwenk seit der Einführung des iPhones vollzogen. Im Mittelpunkt stehen nicht nur neue Betriebssystem-Versionen, sondern die vollständige Integration von generativer KI in den Kern des Apple-Ökosystems.

Siri 2.0 "Campo": Die Sprachsteuerung wird intelligent
Die wichtigste Ankündigung des Abends ist zweifellos Siri 2.0, intern unter dem Projektnamen "Campo" entwickelt. Apple hat den Sprachassistenten von Grund auf neu gebaut. Dank der neuen Apple Intelligence Engine kann Siri nun:
- Echte Dialoge führen: Siri erinnert sich an den Kontext vorangegangener Fragen. Man kann fragen: "Wer ist der Regisseur von Oppenheimer?" und direkt nachschieben: "Welche Filme hat er noch gemacht?", ohne den Namen erneut zu nennen.
- "Screen Awareness": Siri versteht nun, was auf dem Display passiert. Wenn ein Freund in iMessage ein Foto schickt, kann man sagen: "Siri, bearbeite dieses Bild mit dem 'Cinematic'-Filter und speichere es in meinem Urlaubs-Album."
- Systemweite Aktionen: Siri kann nun Aufgaben App-übergreifend ausführen, etwa eine E-Mail-Adresse aus einer Notiz kopieren und in eine Einladung im Kalender einfügen.
iOS 27: Das Betriebssystem der KI-Generation
Neben Siri bringt iOS 27 zahlreiche weitere Neuerungen. Die Benutzeroberfläche bleibt vertraut, wird aber durch dynamische KI-Elemente ergänzt. Eine neue Funktion namens "Personal Context" analysiert (lokal auf dem Gerät!), welche Informationen für den Nutzer gerade am wichtigsten sind, und bereitet diese in der neuen "Intelligence Bar" auf.
Zudem bestätigt Apple die Kooperation mit führenden LLM-Anbietern. In den Einstellungen können Nutzer festlegen, ob Siri für komplexe, cloud-basierte Anfragen auf OpenAI GPT-5 oder Google Gemini zurückgreifen soll – ein überraschend offener Schritt für das sonst so geschlossene System.
Hardware-Power: Der M6-Chip ist da
Um diese massiven KI-Workloads bewältigen zu können, hat Apple den M6-Chip vorgestellt. Erstmals in einem 2nm-Verfahren (N2P) gefertigt, bietet der M6 eine spezialisierte Neural Engine 2.0, die doppelt so schnell ist wie ihr Vorgänger im M5. Der M6 wird ab sofort im neuen Mac Studio und einem aufgefrischten iPad Pro verbaut, das noch im Juni in den Handel kommt.
visionOS 3 und ein Ausblick auf "Apple Glass"
Für die Vision-Plattform wurde visionOS 3 angekündigt. Der Fokus liegt hier klar auf Produktivität: Neue Gesten zur Fenstersteuerung und eine verbesserte Integration von Mac-Displays sollen das Headset endgültig zum Desktop-Ersatz machen.
In einem klassischen "One More Thing" gab Tim Cook zudem einen Ausblick auf "Apple Glass". Dabei handelt es sich um eine deutlich leichtere AR-Brille, die eher wie eine klassische Sehbrille aussieht. Sie soll Ende 2026 erscheinen und primär als Companion-Device für das iPhone fungieren, um Benachrichtigungen und Navigationsanweisungen direkt ins Sichtfeld zu projizieren.
Fazit: Apple liefert ab
Nachdem Apple lange Zeit als Nachzügler im KI-Bereich galt, hat die WWDC26 gezeigt, dass das Unternehmen die Zeit genutzt hat, um die Technologie nahtlos und datenschutzkonform in seine Produkte zu integrieren. Mit iOS 27 und Siri 2.0 setzt Apple einen neuen Standard für die Interaktion zwischen Mensch und Maschine.
Wir werden in den kommenden Stunden weitere Details aus der "Platforms State of the Union" nachreichen.