Immich mit Docker Compose: Eigene Foto-Cloud lokal auf Port 2283 starten
Wenn sich fuer den 21. April 2026 kein belastbares, frisch bestaetigtes News-Thema ueber die bereits sehr aktuellen Artikel im Blog legen laesst, sollte der Ersatz nicht beliebig sein. Immich ist als Fallback stark genug, weil das Ergebnis sofort sichtbar wird: eine eigene Foto- und Video-Cloud im Browser, lokal auf dem eigenen Docker-Host.
Die aktuelle Quellenlage ist brauchbar und konkret. Die offizielle Installationsdoku empfiehlt Docker Compose weiterhin als bevorzugten Weg. Die aktuelle Release auf GitHub ist v2.7.5, veroeffentlicht am 13. April 2026. Das zugehoerige Release bringt eine versionierte docker-compose.yml und example.env mit. Genau diese Release-Dateien nutze ich hier bewusst, statt blind latest zu ziehen.
Was du am Ende hast
- Immich lokal unter
http://127.0.0.1:2283 - Eine laufende Compose-Umgebung mit App, Machine-Learning-Service, Valkey und PostgreSQL
- Persistente Verzeichnisse fuer Fotos und Datenbank
- Ein sichtbares Ergebnis im Browser statt nur abstrakter Container-Theorie
Warum Immich gerade jetzt ein sinnvoller Compose-Kandidat ist
Viele Docker-Tutorials enden bei Logs, Ports und einem "Container laeuft". Immich ist staerker, weil du sofort einen echten Nutzwert siehst:
- Fotos und Videos liegen auf deinem eigenen System
- Die Weboberflaeche ist direkt im Browser erreichbar
- Mobile Uploads, Alben und Suche bauen auf einem klaren lokalen Setup auf
- Die offizielle Compose-Datei ist fuer den Produktivbetrieb der empfohlene Einstieg
Voraussetzungen
- Docker Engine mit aktuellem
docker compose - Ein freier lokaler Port
2283 - Ein eigener Arbeitsordner, nicht irgendein bestehendes Projektverzeichnis
- Genug lokaler Speicher fuer deine Mediathek
Hinweis: Die Immich-Doku trennt bewusst zwischen
docker composeund dem altendocker-compose. Das alte Kommando gilt dort als veraltet und wird nicht mehr empfohlen.
1. Projektordner sauber anlegen
Starte zuerst in einem dedizierten Verzeichnis:
mkdir immich-local
cd immich-local
2. Offizielle Release-Dateien herunterladen
Nutze nicht die Compose-Datei aus main, sondern die Dateien der aktuellen Release v2.7.5:
wget -O docker-compose.yml https://github.com/immich-app/immich/releases/download/v2.7.5/docker-compose.yml
wget -O .env https://github.com/immich-app/immich/releases/download/v2.7.5/example.env
Damit holst du genau den Stand, der zur Release passt. Das ist reproduzierbarer als ein spaeter veraendertes latest.
3. Die Datei immich-local/.env anpassen
Oeffne immich-local/.env und setze mindestens diese Werte:
UPLOAD_LOCATION=./library
DB_DATA_LOCATION=./postgres
IMMICH_VERSION=v2.7.5
DB_PASSWORD=immichdbpass2026
# TZ=Europe/Berlin
DB_USERNAME=postgres
DB_DATABASE_NAME=immich
Wichtig dabei:
UPLOAD_LOCATIONist dein lokaler Speicherort fuer Fotos und VideosDB_DATA_LOCATIONsollte auf einem lokalen Datentraeger liegenIMMICH_VERSION=v2.7.5pinnt die App bewusst auf die aktuelle stabile ReleaseDB_PASSWORDsollte lang und individuell sein
Hinweis: Die offizielle Beispiel-Datei sagt klar, dass Netzwerkfreigaben fuer die Datenbank nicht unterstuetzt werden. Fuer
DB_DATA_LOCATIONalso besser keinen SMB- oder NFS-Pfad eintragen.
4. Kurz verstehen, was die Compose-Datei startet
Die heruntergeladene immich-local/docker-compose.yml bringt vier zentrale Dienste mit:
immich-serverfuer Weboberflaeche und APIimmich-machine-learningfuer Gesichterkennung, Suche und ML-Funktionenredisauf Basis von Valkeydatabasemit der von Immich gepflegten PostgreSQL-Variante
Du musst diese Datei fuer einen lokalen Start nicht gross umbauen. Genau das ist hier der Vorteil.
5. Stack starten
Jetzt faehrst du die Umgebung hoch:
docker compose up -d
Beim ersten Lauf zieht Docker mehrere Images. Das kann je nach Leitung und Hardware ein paar Minuten dauern, vor allem wegen des Machine-Learning-Containers.
6. Lokalen Start pruefen
Zuerst der Container-Status:
docker compose ps
Danach die App-Logs:
docker compose logs --tail=100 immich-server
docker compose logs --tail=100 immich-machine-learning
Ein schneller HTTP-Test gegen die Weboberflaeche:
curl -I http://127.0.0.1:2283
Wenn Immich sauber oben ist, bekommst du einen erfolgreichen HTTP-Response statt eines Verbindungsfehlers. Genau das ist hier der lokale Verifikationsschritt, bevor du im Browser weitermachst.
Hinweis: Wenn Docker beim Start ueber
healthcheck.start_intervalstolpert, ist die Engine meist zu alt. Die aktuelle Immich-Doku verweist in diesem Fall auf Docker Engine v25 oder neuer.
7. Das sichtbare Ergebnis im Browser
Oeffne jetzt http://127.0.0.1:2283 im Browser. Beim ersten Aufruf legst du dein Admin-Konto an. Danach ist der praktische Teil sofort greifbar:
- Die Web-App laeuft lokal
- Du kannst erste Alben anlegen
- Bilder und Videos lassen sich hochladen
- Die Bibliothek bleibt ueber deine gemappten Verzeichnisse persistent
Damit ist das Projekt mehr als ein Compose-Beispiel. Du bekommst eine benutzbare private Foto-Cloud mit sichtbarem Endergebnis.
8. Sinnvolle erste Schritte nach dem Start
Wenn der Browser-Zugriff steht, sind diese drei Schritte die sinnvollste Reihenfolge:
- Einen kleinen Test-Upload machen, statt sofort die ganze Mediathek einzulesen.
- In den App-Einstellungen pruefen, ob Speicherpfade und Zeitzone sauber wirken.
- Erst danach mobile Apps oder groessere Import-Jobs anbinden.
So faellt ein Fehler frueh auf, bevor du viele Gigabyte Material verschiebst.
9. Updates spaeter sauber durchziehen
Weil das Setup auf v2.7.5 gepinnt ist, aktualisierst du nicht zufaellig. Fuer ein spaeteres Upgrade ziehst du zuerst die Release-Notes heran, passt dann immich-local/.env auf die neue Version an und fuehrst anschliessend aus:
docker compose pull
docker compose up -d
Das ist fuer Self-Hosting oft die bessere Disziplin als ein permanentes latest.
Fazit
Immich ist am 21. April 2026 ein starker Docker-Compose-Fallback, weil die offizielle Installationsroute klar dokumentiert ist, die aktuelle Release v2.7.5 sauber vorliegt und das Ergebnis sofort sichtbar wird. Statt eines austauschbaren Stacks bekommst du einen konkreten Dienst mit echtem Alltagsnutzen: deine eigene Foto-Cloud lokal im Browser.