So war die Lage vor der ESC-Jury-Show in Wien
Der Text wurde ursprünglich am 15. Mai 2026 vor der Jury-Show veröffentlicht. Heute ist er vor allem als Rückblick interessant: Er zeigt, wie die Ausgangslage wenige Stunden vor dem Grand Final in der Wiener Stadthalle aussah und warum der Abend am Ende anders lief als viele Wettquoten erwarten ließen.
Update vom 2026-06-05: Das Finale ist längst entschieden. Bulgarien gewann mit DARA und "Bangaranga" 516 Punkte, während Finnland nur Sechster wurde. Deutschland landete auf Platz 23, Gastgeber Österreich auf Platz 24. Das komplette Ergebnis steht im Artikel Bulgarien schreibt Geschichte.
Wer die Woche chronologisch nachlesen will, findet den Auftakt in unserem Überblick zur Opening Ceremony in Wien, die ersten Finalisten im Text zum ersten Semifinale und die letzte Quali-Runde in der Vorschau auf das zweite Semifinale.
Warum die Jury-Show am Freitag so wichtig war
Die sogenannte Evening Preview am Freitagabend war keine Nebenprobe, sondern der Moment, in dem die nationalen Jurys ihre Wertungen für das Finale abgaben. Zusammen mit dem Televoting machte diese Jurywertung 50 Prozent des Endergebnisses aus. Genau deshalb war der 15. Mai für Delegationen und Fans der eigentliche Härtetest vor dem TV-Finale am Samstag, 16. Mai 2026, 21:00 Uhr.
Rückblickend ist das relevant, weil sich hier die typische ESC-Spannung zeigte: Die Quoten setzten auf einen klaren Favoriten, doch das Endergebnis fiel deutlich anders aus.
Die verifizierte Ausgangslage vor dem Finale
Nach dem zweiten Halbfinale stand das 25er-Feld fest, und in der Nacht zum 15. Mai wurde die Startreihenfolge offiziell bekanntgegeben. Für den Blick auf die spätere Dynamik sind vor allem diese Positionen interessant:
- Startplatz 1: Dänemark mit Søren Torpegaard Lund
- Startplatz 2: Deutschland mit Sarah Engels und "Fire"
- Startplatz 12: Bulgarien mit DARA und "Bangaranga"
- Startplatz 17: Finnland mit Linda Lampenius x Pete Parkkonen und "Liekinheitin"
- Startplatz 25: Österreich mit COSMÓ und "Tanzschein"
Gerade diese Konstellation macht den Rückblick spannend. Der Gastgeber durfte die Show beschließen, Deutschland musste sehr früh ran, und der spätere Sieger Bulgarien stand mit Startplatz 12 genau in der Mitte der Show, also weder ganz vorne noch auf dem klassischen Schlussplatz.
Finnland war Favorit, aber nicht unangreifbar
Vor der Jury-Show führte Finnland viele Wettquoten an. Der Auftritt von Linda Lampenius x Pete Parkkonen war auffällig, publikumsnah und galt nach dem ersten Halbfinale als besonders stark. Auch Australien mit Delta Goodrem wurde vor dem Finale häufig als Jury-Magnet genannt.
Der spätere Ausgang zeigt aber, wie begrenzt solche Vorhersagen sind. DARA gewann am Ende sowohl bei den Jurys als auch im Publikum. Finnland blieb zwar in den Top 10, kam aber nicht über Platz 6 hinaus. Genau deshalb hat dieser Vorabend-Text weiter einen Wert: Er dokumentiert, wie stark sich Favoritenbilder zwischen Probe, Quote und echtem Voting verschieben können.
Was vom Wiener Finalabend geblieben ist
Für Leser heute ist vor allem der Kontrast interessant: Vor dem Showdown drehte sich viel um Finnland, um die Jury-Show und um den Heimvorteil Österreichs. In Erinnerung blieb dann aber vor allem Bulgariens erster ESC-Sieg. Einen anderen Finalblick bietet auch unser Artikel über LOOK MUM NO COMPUTER im Wiener Finale.