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Docmost mit Docker Compose: Eigene Team-Wiki lokal auf Port 3000 starten

Docmost mit Docker Compose: Eigene Team-Wiki lokal auf Port 3000 starten

Wenn Wissen in Chat-Verlaeufen, Markdown-Dateien und verstreuten PDFs haengen bleibt, fehlt meist kein weiteres Whiteboard, sondern ein klarer gemeinsamer Ort. Docmost ist genau fuer diesen Job interessant: Seiten, Spaces, Kommentare und Team-Dokumentation im Browser, aber ohne den Overhead einer grossen Enterprise-Plattform.

Der Stand fuer diesen Artikel ist belastbar. Das offizielle Compose-Beispiel des Projekts setzt aktuell auf docmost/docmost:latest, PostgreSQL 18, Redis 8 und den lokalen Zugriff ueber http://localhost:3000. Gleichzeitig ist auf GitHub seit 31. Maerz 2026 v0.71.0 die neueste Release, und das passende Docker-Tag ist auf Docker Hub veroeffentlicht. Fuer ein reproduzierbares Setup pinne ich deshalb die App bewusst auf docmost/docmost:0.71.0, uebernehme aber die offiziellen Major-Tags fuer Datenbank und Redis.

Lokal erzeugtes Artikelbild fuer Docmost mit Docker Compose

Was du am Ende hast

  • Docmost lokal unter http://127.0.0.1:3000
  • Eine kleine Compose-Umgebung mit App, PostgreSQL und Redis
  • Persistente Daten fuer Inhalte, Datenbank und Cache
  • Eine sofort sichtbare Team-Wiki im Browser statt nur trockener Theorie

Voraussetzungen

Du brauchst nur ein System mit aktuellem Docker und dem Compose-Plugin. Falls du beides noch nicht geprueft hast:

docker --version
docker compose version

1. Projektordner anlegen

Nicht in einem zufaelligen bestehenden Verzeichnis anfangen. Lege dir zuerst einen eigenen Arbeitsordner an:

mkdir docmost-local
cd docmost-local

2. Zugangsdaten in einer .env speichern

Docmost braucht eine App-Secret-Zeichenkette, ausserdem einen Datenbanknutzer und ein Passwort. Erzeuge zuerst ein langes Secret:

openssl rand -hex 32

Lege danach die Datei docmost-local/.env an:

APP_URL=http://localhost:3000
APP_SECRET=ERSETZE_DIES_DURCH_DEIN_GENERIERTES_SECRET
POSTGRES_DB=docmost
POSTGRES_USER=docmost
POSTGRES_PASSWORD=ein-langes-starkes-passwort

3. Compose-Datei anlegen

Speichere daneben die Datei docmost-local/docker-compose.yaml:

services:
  docmost:
    image: docmost/docmost:0.71.0
    depends_on:
      - db
      - redis
    environment:
      APP_URL: ${APP_URL}
      APP_SECRET: ${APP_SECRET}
      DATABASE_URL: postgresql://${POSTGRES_USER}:${POSTGRES_PASSWORD}@db:5432/${POSTGRES_DB}
      REDIS_URL: redis://redis:6379
    ports:
      - "3000:3000"
    restart: unless-stopped
    volumes:
      - docmost_storage:/app/data/storage

  db:
    image: postgres:18
    environment:
      POSTGRES_DB: ${POSTGRES_DB}
      POSTGRES_USER: ${POSTGRES_USER}
      POSTGRES_PASSWORD: ${POSTGRES_PASSWORD}
    restart: unless-stopped
    volumes:
      - docmost_db_data:/var/lib/postgresql

  redis:
    image: redis:8
    command: ["redis-server", "--appendonly", "yes", "--maxmemory-policy", "noeviction"]
    restart: unless-stopped
    volumes:
      - docmost_redis_data:/data

volumes:
  docmost_storage:
  docmost_db_data:
  docmost_redis_data:

Warum diese drei Dienste? Weil das offizielle Setup genau diese Rollen trennt:

  • docmost liefert das Web-Interface und die eigentliche Anwendung
  • db speichert Seiten, Spaces, Benutzer und Metadaten
  • redis puffert Jobs und beschleunigt interne Prozesse

4. Stack starten

Jetzt startet das komplette Setup:

docker compose up -d

Wenn Compose die Images zieht und danach drei Container hochfaehrt, ist der technische Teil praktisch erledigt.

5. Lokal pruefen

Pruefe zuerst, ob alle Dienste laufen:

docker compose ps

Danach kannst du direkt gegen die lokale Weboberflaeche testen:

curl -I http://127.0.0.1:3000

Ein HTTP/1.1 200 OK oder ein sauberer Redirect ist hier das richtige Signal. Falls die App noch nicht bereit ist, wirf zuerst einen Blick in die Logs:

docker compose logs docmost --tail=50
docker compose logs db --tail=50
docker compose logs redis --tail=50

6. Im Browser die erste Space anlegen

Oeffne jetzt http://127.0.0.1:3000 im Browser. Beim ersten Aufruf solltest du direkt im Setup landen und den ersten Benutzer anlegen koennen. Danach ist das sichtbare Ergebnis sofort da:

  • Login funktioniert lokal
  • Du kannst eine erste Space anlegen
  • Seiten lassen sich im Browser erstellen und strukturieren
  • Dein Wiki liegt auf deinem eigenen Docker-Host statt in einem fremden SaaS-Account

Genau an diesem Punkt ist das Projekt mehr als nur ein Compose-Beispiel. Du siehst nicht nur laufende Container, sondern eine benutzbare Wissensplattform.

Wichtige Hinweise fuer den echten Einsatz

Ein lokaler Test auf localhost ist absichtlich simpel. Fuer ein dauerhaftes Setup solltest du drei Punkte direkt mitdenken:

  • APP_SECRET nie kurz oder wiederverwendet waehlen
  • Das Standard-Setup nicht ungeschuetzt offen ins Internet stellen
  • Vor einem spaeteren Reverse-Proxy-Setup APP_URL auf die echte Zieladresse anpassen

Warum sich dieses Projekt gerade jetzt lohnt

Viele Self-Hosting-Guides zeigen entweder nur Infrastruktur oder viel zu grosse Plattformen. Docmost liegt angenehm dazwischen: klein genug fuer einen schnellen Start, aber mit echtem Team-Nutzen. Durch das aktuelle Release 0.71.0 und das weiterhin schlanke offizielle Compose-Setup ist das Projekt am 13. April 2026 ein sinnvoller Kandidat fuer alle, die Notizen, interne Doku oder Prozesswissen lokal und nachvollziehbar ablegen wollen.

Quellen