Die Sicherheitslage an der NATO-Ostflanke hat sich in der Nacht zum 30. Mai 2026 drastisch verschärft. In der rumänischen Hafenstadt Galați schlug eine russische Kampfdrohne vom Typ Geran-2 direkt in das Dach eines zehnstöckigen Wohnhauses ein. Es ist das erste Mal seit Beginn des Krieges in der Ukraine, dass ein gezielter oder fehlgeleiteter Angriff auf ein dicht besiedeltes Gebiet innerhalb eines NATO-Mitgliedstaates zu zivilen Opfern führte.
Der Vorfall: Detonation im Stadtgebiet
Der Einschlag ereignete sich in den frühen Morgenstunden während eines massiven russischen Angriffs auf die ukrainische Infrastruktur am nahegelegenen Donauhafen Reni. Augenzeugen berichten von einem grellen Blitz und einer schweren Detonation, die weite Teile des Stadtzentrums von Galați erschütterte.
- Schäden: Die Drohne durchschlug das Dach des Wohngebäudes und detonierte. Ein Brand im obersten Stockwerk konnte von der Feuerwehr erst nach Stunden unter Kontrolle gebracht werden.
- Opfer: Offizielle Stellen bestätigten, dass eine Frau und ein Kind durch Glassplitter und Trümmerteile leicht verletzt wurden. Sie wurden vor Ort medizinisch versorgt.
- Militärische Reaktion: Rumänien ließ umgehend zwei F-16-Kampfflugzeuge aufsteigen. Das Verteidigungsministerium erklärte, die Drohne sei zwar geortet worden, man habe jedoch von einem Abschuss über bewohntem Gebiet abgesehen, um noch größere Trümmerschäden zu vermeiden.
Diplomatische Konsequenzen: Konsul ausgewiesen
Die Regierung in Bukarest reagierte mit beispielloser Härte auf den Vorfall. Präsident Nicușor Dan verurteilte den Angriff als „unverantwortliche Eskalation“.
„Rumänien wird es nicht hinnehmen, dass der Krieg auf unser Territorium übergreift. Dieser Vorfall markiert eine neue, gefährliche Qualität der Missachtung internationaler Grenzen.“ – Nicușor Dan, Präsident von Rumänien.
Noch am Vormittag ordnete das rumänische Außenministerium die Ausweisung des russischen Konsuls in Constanța an und verfügte die sofortige Schließung der Vertretung. Der russische Botschafter in Bukarest wurde für ein dringliches Gespräch einbestellt. Russland weist die Verantwortung bisher von sich und behauptet, es könne sich um eine ukrainische Abwehrrakete gehandelt haben – eine Darstellung, die das rumänische Militär unter Verweis auf Trümmeranalysen bereits zurückgewiesen hat.
NATO-Solidarität und Verstärkung der Ostflanke
In Brüssel herrscht Alarmbereitschaft. NATO-Generalsekretär Mark Rutte telefonierte am Samstagmorgen mit der rumänischen Führung und sicherte Bukarest die „volle Solidarität“ des Bündnisses zu.
Als direkte Reaktion kündigte die NATO an:
- Zusätzliche Drohnenabwehr: Kurzfristige Stationierung weiterer Flugabwehrsysteme in der Region Galați und Tulcea.
- Luftraumüberwachung: Intensivierung der „Air Policing“-Missionen durch alliierte Partner, darunter verstärkte Patrouillen durch US-amerikanische und deutsche Einheiten.
- Krisenstab: Einberufung des NATO-Rumänien-Rates zur Bewertung weiterer Schritte unterhalb der Schwelle von Artikel 5.
Auch Bundeskanzler Friedrich Merz äußerte sich besorgt und forderte eine dauerhafte Verstärkung der Präsenz an der Donau-Grenze. Der Vorfall in Galați verdeutlicht, wie schmal der Grat zwischen dem Regionalkonflikt und einer direkten Konfrontation zwischen der NATO und Russland im Jahr 2026 geworden ist.
Für die Bewohner von Galați bleibt die Lage angespannt. Viele Familien in den angrenzenden Wohnblocks wurden vorsorglich evakuiert, während Experten die Statik des betroffenen Gebäudes prüfen.