Am heutigen Sonntag, 10. Mai 2026, während viele Familien den Muttertag feiern, bereitet sich über unseren Köpfen ein seltenes Naturphänomen vor. Die US-Wetterbehörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) hat eine offizielle G4-Warnung (Severe Geomagnetic Storm) herausgegeben. Grund ist ein massiver koronaler Massenauswurf (CME), der die Erde heute Nachmittag erreichen wird und in der kommenden Nacht für eines der spektakulärsten Himmelsphänomene der letzten Jahre sorgen könnte.

Was heute Nacht konkret passiert
Die Sonne ist derzeit in ihrem Aktivitätsmaximum des 25. Zyklus besonders aktiv. Eine Serie von Eruptionen auf der Sonnenoberfläche hat Milliarden Tonnen geladener Teilchen in Richtung Erde geschleudert. Laut den aktuellen Berechnungen der Weltraumwetter-Experten trifft die Hauptwolke heute, am 10. Mai 2026, zwischen 16:00 und 20:00 Uhr MESZ auf das Magnetfeld der Erde.
Für Beobachter in Deutschland bedeutet das: Sobald es dunkel wird, stehen die Chancen für Polarlichter (Aurora Borealis) so gut wie selten zuvor. In der Nacht auf Montag könnten die leuchtenden grünen, violetten und roten Schleier nicht nur an der Nordseeküste, sondern bis weit in den Süden nach Bayern und Baden-Württemberg hinein sichtbar sein.
Tipps für die Beobachtung am 10. Mai
Damit das Muttertags-Spektakel gelingt, sollten Beobachter folgende Punkte beachten:
- Timing: Die stärkste Aktivität wird für den Zeitraum zwischen 22:00 Uhr und 02:00 Uhr erwartet.
- Ort: Suchen Sie sich einen Platz mit freier Sicht nach Norden und fernab von störenden Stadtlichtern (Lichtverschmutzung).
- Blickrichtung: Halten Sie den Blick tief am Nordhorizont. Oft erscheinen die Lichter dort zuerst als diffuser rötlicher Schein, bevor die tanzenden Beamen sichtbar werden.
- Technik: Moderne Smartphones können im Nachtmodus oft mehr Farben einfangen, als das menschliche Auge bei schwacher Aktivität wahrnimmt. Eine Langzeitbelichtung (3–10 Sekunden) auf einem Stativ liefert die besten Ergebnisse.
Auswirkungen auf Technik und Kommunikation
Ein geomagnetischer Sturm der Kategorie G4 ist kein reines optisches Highlight, sondern bringt auch technische Risiken mit sich. Die NOAA warnt davor, dass es zu folgenden Beeinträchtigungen kommen kann:
- GPS-Störungen: Navigationssysteme könnten heute Nacht ungenauer sein oder kurzzeitig ausfallen.
- Funkverkehr: Besonders Kurzwellen-Verbindungen im hohen Norden können massiv gestört werden.
- Stromnetze: Energieversorger wurden bereits über mögliche induzierte Ströme in Transformatoren informiert, um Spannungskrisen vorzubeugen.
Für die meisten Bürger wird der Sturm jedoch harmlos bleiben – abgesehen von der Faszination am Nachthimmel.
Warum das Datum kein Zufall ist
Der Sonnenzyklus 25 hat im Jahr 2025 seinen Höhepunkt erreicht und verbleibt auch 2026 auf einem sehr hohen Niveau. Ähnlich wie beim historischen Sonnensturm vom Mai 2024 zeigt sich, dass der Frühling oft eine besonders günstige Phase für geomagnetische Ereignisse ist.
Wer heute also den Muttertag mit einem späten Spaziergang ausklingen lässt, sollte den Blick nach oben richten. Es könnte sein, dass die Natur das schönste Geschenk des Tages selbst liefert.
Wer im selben Fruehjahr statt Polarlichtern eher klassische Sternschnuppen verfolgen wollte, findet im Blog auch die Einordnung zu den Lyriden in der Nacht vom 21. auf den 22. April 2026.