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Waffenruhe im Libanon gebrochen: Schwere Luftangriffe auf Beirut erschüttern Nahost

Waffenruhe im Libanon gebrochen: Schwere Luftangriffe auf Beirut

Beirut/Tel Aviv, 7. Mai 2026. Die fragile Hoffnung auf einen anhaltenden Frieden im Libanon ist in der Nacht zum Donnerstag jäh zerplatzt. Um ca. 23:15 Uhr Ortszeit am 6. Mai 2026 erschütterten mehrere schwere Explosionen den südlichen Beiruter Vorort Dahieh. Es waren die ersten israelischen Luftangriffe auf die libanesische Hauptstadt seit Inkrafttreten der zehntägigen Waffenruhe am 17. April, die erst vor zwei Wochen durch US-Vermittlung bis zum 15. Mai verlängert worden war.

Rauchwolken über Beirut nach dem Luftangriff am 6. Mai 2026

Gezielter Schlag gegen Elite-Kommandeur

Nach offiziellen Angaben der israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) galt der Angriff einem hochrangigen Kommandeur der Radwan-Einheit, der Elite-Truppe der Hisbollah. Israel wirft der Miliz vor, die Waffenruhe in den vergangenen Tagen systematisch für Umgruppierungen im Südlibanon genutzt und wiederholt gegen die vereinbarten Sicherheitszonen verstoßen zu haben.

„Wir haben Geduld bewiesen und den diplomatischen Weg priorisiert. Doch wer die Ruhe nutzt, um neue Angriffe vorzubereiten, wird den Preis zahlen“, hieß es in einer kurzen Mitteilung des israelischen Verteidigungsministeriums kurz nach Mitternacht.

Die Fakten zur Eskalation:

Detail Stand: 7. Mai 2026, 04:00 Uhr
Zeitpunkt 6. Mai 2026, ca. 23:15 Uhr (Ortszeit)
Ort Beirut, Stadtteil Dahieh
Ziel Kommandeur der Radwan-Force (Name noch unbestätigt)
Opferzahlen Mindestens 11 Tote laut libanesischem Gesundheitsministerium
Status Waffenruhe de facto beendet

Das „Trump-Abkommen“ vor dem Aus

Der Angriff ist ein schwerer Schlag für die diplomatischen Bemühungen von US-Präsident Donald Trump. Erst am 24. April 2026 hatte Trump im Rose Garden stolz verkündet, dass die Waffenruhe um weitere 21 Tage verlängert worden sei, um Zeit für die Ausarbeitung einer dauerhaften Pufferzone zu gewinnen.

Mit den Bomben auf Dahieh ist dieses Abkommen nun hinfällig. Die Hisbollah reagierte in den frühen Morgenstunden mit einer knappen Erklärung und sprach von einer „eklatanten Verletzung der Vereinbarung“, die nicht unbeantwortet bleiben werde. Kurz nach 02:00 Uhr meldeten Grenzdörfer im Norden Israels bereits erste Raketenalarme – ein Zeichen dafür, dass der Konflikt unmittelbar in die nächste Phase der Eskalation übergeht.

Warum die Waffenruhe scheiterte

Beobachter hatten bereits in den letzten Tagen gewarnt, dass die Ruhe trügerisch sei. Während die USA auf die UN-Resolution 1701 Plus drängten, die einen vollständigen Rückzug der Hisbollah hinter den Litani-Fluss vorsieht, gab es vor Ort kaum Anzeichen für einen Abzug der Miliz. Israel wiederum hielt die Überwachungsflüge mit Drohnen aufrecht, was die libanesische Seite als Provokation empfand.

Reaktionen und Ausblick

  • Washington: Das Weiße Haus teilte mit, man stehe in „intensivem Kontakt“ mit beiden Seiten, um einen totalen Krieg zu verhindern. Trumps Berater Howard Lutnick bezeichnete die Lage als „extrem kritisch“.
  • Beirut: Der libanesische Ministerpräsident rief den UN-Sicherheitsrat zu einer Dringlichkeitssitzung an. Die Krankenhäuser in Dahieh sind nach dem Einsturz von zwei Wohngebäuden überlastet.
  • Wirtschaft: Die Ölpreise (WTI und Brent) reagierten im asiatischen Handel sofort und stiegen um knapp 3,2 %, da Händler eine Ausweitung des Konflikts auf die gesamte Region befürchten.

Fazit: Zurück in die Ungewissheit

Für die Menschen in Beirut und dem Norden Israels bedeutet der heutige Morgen die Rückkehr in die Schutzbunker. Die Hoffnung auf den 15. Mai als Startschuss für eine echte Friedensordnung ist verflogen. Die kommenden 48 Stunden werden zeigen, ob dies nur ein „punktueller Schlag“ war oder ob der große Regionalkrieg, den man seit Monaten zu verhindern suchte, nun doch Realität wird.


Quellen: IDF Press Service, Libanesisches Gesundheitsministerium, Reuters-Eilmeldung vom 6. Mai 2026, CNN Live-Ticker Nahost.