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Artemis II: Die ersten Bilder von der Mondrückseite sind da

Artemis II: Die ersten Bilder von der Mondrückseite sind da

Es ist der 7. April 2026, 04:00 Uhr MESZ – und die Menschheit hat soeben eines ihrer ehrgeizigsten Ziele des Jahrzehnts erreicht. Vor knapp drei Stunden, um exakt 01:05 Uhr MESZ, passierte die Orion-Kapsel "Integrity" den mondnächsten Punkt ihrer Reise. In einer Entfernung von nur 6.550 Kilometern glitt die vierköpfige Besatzung über die zerfurchte Oberfläche der Mondrückseite hinweg, die seit dem Ende des Apollo-Programms im Jahr 1972 kein Mensch mehr aus dieser Nähe gesehen hat.

Nach einer nervenaufreibenden Phase der Funkstille, während Orion sich im Funkschatten hinter dem Mond befand, meldete sich Kommandant Reid Wiseman um 01:27 Uhr MESZ mit den erlösenden Worten: "Houston, Integrity ist wieder im Licht. Wir sind alle wohlauf und der Ausblick ist... unbeschreiblich."

Der Orion-Raumschiff 'Integrity' im Vorbeiflug an der Mondrückseite

Der historische Rekord: Weiter als Apollo 13

Mit dem heutigen Manöver hat die Artemis-II-Crew offiziell den Rekord für die weiteste Entfernung gebrochen, die Menschen jemals von der Erde zurückgelegt haben. Um 19:56 Uhr MESZ (6. April) wurde die Marke von 400.171 Kilometern überschritten. Damit ließen Wiseman, Glover, Koch und Hansen den bisherigen Rekord von Apollo 13 hinter sich.

Im Gegensatz zur unfreiwilligen Rekordfahrt von Apollo 13 im Jahr 1970 war dieser Meilenstein bei Artemis II Teil der präzisen Missionsplanung. Er markiert den Moment, in dem die bemannte Raumfahrt endgültig in das Zeitalter der "Deep Space Exploration" zurückgekehrt ist.

Spektakuläre Bilder der Mondrückseite

In den ersten hochauflösenden Datenpaketen, die seit 01:45 Uhr MESZ am Kennedy Space Center eintreffen, finden sich Aufnahmen, die bereits jetzt als historisch gelten. Die Crew dokumentierte unter anderem den berühmten Krater Tsiolkovskiy und das gigantische Südpol-Aitken-Becken.

Besonders emotional war für die Besatzung der Moment des "Erdaufgangs" (Earthrise), als die blaue Kugel unserer Heimat hinter dem zerklüfteten Horizont des Mondes auftauchte. Missionsspezialistin Christina Koch kommentierte die ersten Bilder via Funk:

"Diesen Anblick kann kein Foto der Welt wirklich einfangen. Die Farben der Mondoberfläche – dieses tiefe, samtige Grau im Kontrast zum hellen Leuchten der Kraterränder – sind überwältigend. Wir sind stolz, die Augen der Erde hier draußen zu sein."

Die kritische Phase hinter dem Mond

Die 40 Minuten Funkstille während der Passage der Mondrückseite ("Far Side") waren die bisher größte Zerreißprobe der Mission. In Houston hielten Wissenschaftler und Familienangehörige den Atem an. Da die Triebwerke für den sogenannten Free-Return-Flug nicht gezündet werden mussten, hing der Erfolg allein von der präzisen Trajektorie ab, die durch die lunare Schwerkraft bestimmt wurde.

Das Service-Modul von Airbus hat alle Erwartungen erfüllt. Die Flugbahn ist laut NASA-Telemetrie so perfekt, dass für den Rückflug zur Erde voraussichtlich weniger Treibstoff für Kurskorrekturen benötigt wird als ursprünglich kalkuliert.

Der Zeitplan für den Rückflug

Mit dem heutigen Vorbeiflug hat die "Integrity" nun die Schwerkraft des Mondes genutzt, um auf die Rückkehr-Trajektorie zur Erde eingeschwenkt zu werden. Die Geschwindigkeit der Kapsel nimmt nun stetig zu.

Ereignis Geplanter Zeitpunkt (MESZ) Status
Pericynthion (Mondnähe) 07.04. 01:05 Erfolgreich
Ende der Funkstille 07.04. 01:27 Erfolgreich
Beginn des Trans-Earth Coast 07.04. ab 02:00 Laufend
Splashdown (Pazifischer Ozean) 11.04. ~17:00 Geplant

Die NASA plant für den heutigen Nachmittag eine ausführliche Pressekonferenz, in der weiteres Videomaterial und detaillierte wissenschaftliche Daten präsentiert werden sollen. Wir werden diese Entwicklungen weiterhin begleiten und zeitnah berichten.

Heute jedoch darf die Welt kurz innehalten: Wir sind zurück am Mond. Und dieses Mal sind wir gekommen, um zu bleiben.


Bilder: NASA / Generiert mit KI zur Illustration der ersten Aufnahmen vom 7. April 2026.