Update vom 2026-05-21: Die Lage ist klarer als am 3. Mai. Berichte vom 29. April 2026 und 11. Mai 2026 deuten darauf hin, dass Apple die naechste grosse Vision-Pro-Klasse derzeit nicht aktiv priorisiert. Einen kompletten Ausstieg aus Vision Pro hat Apple aber nicht bestaetigt, und das M5-Modell bleibt weiter im Verkauf.
Die urspruengliche Schlagzeile war also zu hart. Plausibel ist derzeit nicht das Ende von "Spatial Computing" bei Apple, sondern ein Rueckzug vom schnellen High-End-Nachfolger. Das ist ein Unterschied, der fuer Leser wichtig ist: Wer auf eine Vision Pro 2 in naher Zukunft wartet, sollte die Erwartungen deutlich senken. Wer das aktuelle Geraet kaufen will, bekommt aber kein offiziell eingestampftes Produkt.
Was aktuell als gesichert gilt
Apple hat die Vision Pro am 15. Oktober 2025 offiziell mit M5-Chip und neuem Dual Knit Band aktualisiert; seit 22. Oktober 2025 ist das Modell regulär erhaeltlich. Dass diese Auffrischung existiert, ist also keine Geruechtebasis, sondern Apple selbst bestaetigt.
Offen bleibt dagegen, wie es mit der naechsten grossen Hardware-Stufe weitergeht. Nach einem Bericht, den MacRumors am 29. April 2026 veroeffentlichte, soll Apple die Arbeit an einem neuen High-End-Nachfolger weitgehend gestoppt und Teile des Teams auf andere Projekte verteilt haben. Mark Gurman praezisierte die Lage am 11. Mai 2026 ueber Bloomberg: Apple habe Vision Pro nicht komplett aufgegeben, rechne aber fruehestens in etwa zwei Jahren mit einem neuen geschlossenen Headset. Ein billigeres oder leichteres "Vision Air"-Konzept sei laut dieser Berichtslage bereits frueher gestrichen worden.
Was nicht bestaetigt ist
Nicht bestaetigt ist ein kompletter Ausstieg aus dem Produktfeld. Apple verkauft die Vision Pro weiter, pflegt visionOS und hat oeffentlich keinen Schlussstrich unter die Plattform gezogen. Formulierungen wie "vor dem Aus" oder "Apple gibt Vision Pro auf" treffen den Stand vom 21. Mai 2026 deshalb nur eingeschraenkt.
Treffender ist diese Einordnung: Apple zieht bei teurer, schwerer High-End-Hardware offenbar die Bremse und verlagert Aufmerksamkeit auf leichtere Brillenprojekte. Das passt auch zu der groesseren Lage im Markt. Waehrend Google mit Android XR seit April konkrete Funktionen ausrollt, ringt Apple weiter mit der Grundfrage, wie viel Immersion Nutzer im Alltag wirklich wollen.
Warum das fuer Apple relevant ist
Die Vision Pro bleibt technisch beeindruckend, aber der alte Zielkonflikt ist nicht verschwunden: hoher Preis, hohes Gewicht, begrenzte Alltagsdauer. Genau deshalb waere selbst ein "Nicht-mehr-priorisieren" schon eine wichtige Nachricht. Es wuerde bedeuten, dass Apple seine naechste XR-Wette nicht mehr ueber ein noch teureres Headset absichern will, sondern eher ueber schlankere Produkte.
Strategisch passt das in ein Jahr, in dem Apple gleichzeitig seine Marke feiert und operativ stark dasteht. Der Konzern hat 2026 sein 50-jaehriges Jubilaeum als Zukunftserzaehlung inszeniert und kurz darauf starke Q2-Zahlen vorgelegt. Gerade deshalb faellt bei Vision Pro umso mehr auf, dass technologische Strahlkraft allein keinen Massenmarkt schafft.
Fazit
Stand 21. Mai 2026 spricht mehr fuer eine strategische Verlangsamung als fuer ein Ende. Apple hat keinen offiziellen Vision-Pro-Stopp verkuendet, aber die Berichte ueber verschobene Prioritaeten und den fehlenden kurzfristigen Nachfolger sind inzwischen substanziell genug, um die Story ernst zu nehmen.
Fuer Leser heisst das konkret: Die aktuelle Vision Pro ist weiter ein existierendes Produkt, doch wer auf die schnelle zweite grosse Generation gehofft hat, sollte eher mit einer laengeren Pause rechnen als mit einem baldigen Sprung nach vorn.