Selenskyj in Berlin: Kanzler Merz bekräftigt 11,5-Milliarden-Euro-Hilfspaket
Berlin, 14. April 2026 – Hoher Besuch im Berliner Regierungsviertel: Bundeskanzler Friedrich Merz hat am heutigen Dienstag den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu bilateralen Regierungskonsultationen empfangen. Es ist das erste Treffen der beiden Staatschefs in der deutschen Hauptstadt seit Beginn des neuen Haushaltsjahres, das im Zeichen massiv gestiegener Verteidigungsausgaben steht.
Im Fokus der Gespräche stand die Bestätigung des deutschen Unterstützungspakets für das laufende Jahr 2026. Merz bekräftigte, dass Deutschland insgesamt 11,5 Milliarden Euro für militärische und humanitäre Hilfen fest eingeplant hat – eine Summe, die Deutschland erneut zum zweitwichtigsten Unterstützer der Ukraine nach den USA macht.
Strategische Tiefe: Was das Paket 2026 enthält
Anders als in den Vorjahren liegt der Schwerpunkt im Jahr 2026 verstärkt auf der „strategischen Tiefe“ und der langfristigen technologischen Überlegenheit. Das Paket umfasst unter anderem:
| Bereich | Volumen (geplant) | Fokus |
|---|---|---|
| Luftverteidigung | 4,2 Mrd. € | IRIS-T SLM/SLS, Patriot-Systeme, Skynex |
| Gepanzerte Fahrzeuge | 3,1 Mrd. € | Leopard 2A8, Schützenpanzer Puma (Nachrüstung), Artillerie |
| Drohnentechnologie | 1,8 Mrd. € | KI-gesteuerte Aufklärungs- und Abwehrdrohnen |
| Humanitäre Hilfe | 1,4 Mrd. € | Energieinfrastruktur, Minenräumung, Krankenhäuser |
| Munition & Logistik | 1,0 Mrd. € | 155mm-Standardmunition, Ersatzteilmanagement |
Kanzler Merz betonte bei der gemeinsamen Pressekonferenz: „Deutschland steht unerschütterlich an der Seite der Ukraine. Unsere Unterstützung ist kein Provisorium, sondern ein langfristiges Sicherheitsversprechen für die europäische Stabilitätsarchitektur.“
Sicherheitsgarantien und NATO-Perspektive
Ein weiteres zentrales Thema war die Fortführung der bilateralen Sicherheitsabkommen. Selenskyj dankte Merz ausdrücklich für die Führungsrolle Deutschlands innerhalb der EU. Angesichts der jüngsten Spannungen im Nahen Osten und der US-Blockade iranischer Häfen betonte Selenskyj, wie wichtig ein „starkes und geeintes Europa“ sei.
„Die Unterstützung aus Berlin gibt uns nicht nur die Mittel zur Verteidigung, sondern auch die Gewissheit, dass der Weg in die euro-atlantischen Strukturen unumkehrbar ist“, so der ukrainische Präsident. In Berlin wird gemunkelt, dass Merz beim kommenden NATO-Gipfel im Juni eine noch konkretere Beitrittsperspektive für Kiew unterstützen könnte, sofern die Sicherheitslage es zulässt.
Reaktionen aus der Industrie
Der Besuch wurde auch von Vertretern der deutschen Rüstungsindustrie aufmerksam verfolgt. Firmen wie Rheinmetall und Nordex (letztere meldete heute ebenfalls stabile Quartalszahlen für Windkraftprojekte in der Region) sehen in der langfristigen Budgetierung Planungssicherheit für Produktionskapazitäten in Deutschland und der Ukraine.
Fazit: Ein Zeichen der Stabilität
Der heutige Tag sendet ein klares Signal an die Weltgemeinschaft: Trotz innenpolitischer Debatten über die Schuldenbremse und geopolitischer Krisenherde weltweit bleibt die deutsch-ukrainische Achse unter Kanzler Merz stabil. Die Rekordsumme von 11,5 Milliarden Euro unterstreicht den Anspruch Deutschlands, eine tragende Säule der europäischen Sicherheitsordnung zu sein.
Selenskyj wird am Abend weiter nach Paris reisen, um dort mit Präsident Macron ähnliche Konsultationen zu führen.